FK AUSTRIA WIEN FRAUEN - FC SÜDBURGENLAND 1:1 (0:0) 
PIRECI 82' bzw. TALOSI 87'
Im ersten Heimspiel seit November 2019 empfingen die Frauen vom FK Austria Wien den FC Südburgenland. Die Personaldecke für Coach Spilka wurde nicht größer, sondern noch Kleiner. Folgende Elf konnte er auf den sehr holprigen Rasen am Landhausplatz schicken. Gurtner war noch immer nicht fit, als hütete die 18 jährige Nadine Hinterberger wieder das Tor, die sich übrigens wieder einmal auszeichnen konnte. In der Innenverteidigung stand diesmal Pototschnig statt Stockhammer, die sich verletzte und unterstütze die Abwehrchefin Bell. Auf den Außenverteidigerpositionen waren Schneeberger und Kovar unterwegs. Statt Wronski, die ebenfalls verletzt ausfiel, ging Kapitänin Mädl auf die Sechser Position, vor ihr waren Karkac und Bauer unterwegs. Über die offensive Flügelseiten kamen diesmal Pireci und Wucher und die Solospitze belegte Krumböck. Auf der Bank waren mit Haidner, Gamper, Roadl, Decker, Wojtas und Hajek ganze sechs Akademiespielerinnen komplimentiert von Petrosova.
Das Spiel kann man ganz einfach zusammenfassen. Südburgenland stellte sich mit allen Spielerinnen ganz tief hinten rein, agierten teilweise mit einer Sechserkette und versuchten einfach die Räume zu schließen. Eine Spielerin blieb meistens vorne und sollte für den einen Konter zur Stelle sein. Gefühlt hatte man 380% Ballbesitz, 400 Ecken, 300 Freistöße und 100 Schüsse Richtung Gehäuse. Der Kampf, der Wille und die Leidenschaft waren absolut vorhanden. Die Viola Girls liefen sich bis in die 95. Minute die Seele aus dem Leib. Doch wie schon in Innsbruck fehlte die spielerische Note und die Effizienz bei der Chancenauswertung ist weiterhin mangelhaft. Im Gegensatz zum Innsbruck Spiel wurden wir diesmal bestraft. Gepfiffen hat der Unterliga Schiedsrichter Dominik Riegelnegg, der auch genau dieses Niveau ausstrahlte. Wenn es nicht läuft, kommt eben auch oft noch das Pech hinzu. Der bitterste Moment war gleich zu beginn des Spieles, wo die die Austria Frauen schon mehrmals aus der Distanz gefährlich waren. Doch ein hoher Ball wurde von einer Südburgenlandspielerin direkt Richtung Krumböck geköpfelt, die selbst wenn der Ball von der eigenen Spielerin gekommen wäre, nicht im Abseits stand. Krumböck lief dann alleine aufs Tor und schob die Kugel souverän in den Kasten. Doch der Schiedsrichter entschied auf Abseits – eine fatale Fehlentscheidung. Das hätte der Dosenöffner für die komplette Partie sein können, denn wir schrieben erst die siebte Minute. So igelten sich die Gäste wieder hinten rein. Es folgte Standard um Standard, es gab auch viele gefährliche Situationen. Doch meist konnten die Viola Girls nur aus Distanzschüssen gefährlich werden, diese gingen aber knapp drüber oder vorbei. Und erwischte jemand eine Flanke, wie Pireci, dann wurde die Kugel von der Linie gefischt. So ging es torlos in die Pause.
Nach dem Seitenwechsel lief das Spiel genau gleich ab. Nur riskierten die Austria Frauen immer mehr und schoben immer weiter raus. Dadurch war der Weg für Konter offen, die aber Bell und Pototschnig so gut wie immer klärten. Ein Wucher Kopfball ging knapp vorbei, Pireci ihre Versuche wurden gehalten oder geblockt und die Distanzschüsse waren weiterhin um gute fünf Zentimeter zu hoch angetragen. Es folgte der erste gefährliche Konter von Südburgenland und eine Spielerin fiel einfach im Strafraum hin. Der Schiedsrichter sah ein Foul von Bauer, das aber definitiv keines war und gab Elfmeter. Diesen knallten die Gäste auf die Latte. Das Spiel lief weiter, bis der Schiedsrichter wieder pfiff. Er sprach mit seinem Linienrichter und der Elfmeter wurde wiederholt. Warum? Fragt bitte den Schiri selbst. Beim zweiten Versuch hielt Hinterberger den Elfmeter und es blieb beim 0:0. Coach Spilka riskierte dann alles, brachte Gamper und Hajek statt Karkac und Wucher. Es flogen fast minütlich Flanken in den Strafraum, diese wurde geklärt, der Ball landete meist bei Mädl und der Ball flog wieder rein. In der 82. Minute folgte dann die Erlösung. Gamper tauchte sich auf der Seite durch, brachte von der Grundlinie eine scharfe Flanke auf die zweite Stange, wo Pireci lauerte und einnickte. Der Jubel war groß. Doch fast im Gegenzug schliefen die Austria Frauen leider. Anstatt ruhig zu spielen, versuchte man sich durchs Bollwerk durch zu dribbeln. Der Ball wurde verloren und dann folgte ein guter Pass in die Tiefe, genau durch die Schnittstelle der Innenverteidigung und auf einmal lief Talosi alleine auf das Tor zu und ließ Hinterberger keine Chance. Es stand plötzlich 1:1 und keiner wusste warum. Coach Spilka warf dann noch Petrusova ins Geschehen statt Bauer und riskierte noch einmal alles. In der Nachspielzeit ging ein Kopfball nach einer Ecke nur knapp am Tor vorbei und Mädl wurde klar im Strafraum gelegt, hier sah der Schiedsrichter aber plötzlich nicht hin und die Pfeife blieb stumm. Es folgte er ernüchternde Abpfiff! Endstand 1:1
Der Wille, der Kampf und die Leidenschaft sind da. Das Spielerische läuft aber überhaupt noch nicht. Das kommt wohl einerseits auch, dass die spielstarken Spielerinnen verletzt sind und dazu der Rasen am Landhausplatz auch schon wesentlich bessere Tage gesehen hat. Wenn sich der Ball oft verspringt, kann man auch selten gute Flachpässe spielen. Trotzdem fehlte die Kreativität. Die vielen hohen Bälle und Nachschüsse waren gefährlich, trotzdem wirkte er so, als hätten die Burgenländerinnen diese Bälle im Griff. Und dass sie die Null halten können, haben sie bereits in der ersten Runde gegen Neulengbach gezeigt. Das dann bei so einem Spiel auch der Schiedsrichter noch seinen Teil dazu beiträgt, ist leider oft genug so. Den Pflichtsieg hätte man trotzdem einfahren können bzw. sogar müssen. Wenn dir aber ein reguläres Tor und ein Elfmeter verwehrt bleibt, dann tut dies sein Übriges. Somit geht man mit 4 Punkten aus zwei Spielen in die erste Pause. Hoffentlich kommen einige Spielerinnen wieder zurück, damit der Kader wieder etwas breiter wird. In zwei Wochen geht es dann auswärts beim FC Bergheim weiter. Danke an die vielen Austria Fans, die an diesem Sonntag dabei waren und unsere Austria Frauen angefeuert haben!
FORZA VIOLA aus Salzburg