INTERVIEW FLORIAN KLEIN 

Am Tag nach dem sensationellen Europacupfight gegen Novi Sad, konnte ich nach dem Training im Zeichen eines Mittagsessen, was Emin Sulimani wegen seinem Geburtstag spendierte ein Interview mit Florian Klein führen. Da stellte ich die Fragen der Lungauer Veilchen und den Hornets 06. Florian hat in Ruhe alle Fragen ausführlich beantwortet.
Hungry: Was sind für dich die Grundlegenden Unterschiede zwischen Linz und Wien?
Florian Klein: Der Verkehr. Das ist schon was anderes wie Linz. Man steht 10 Minuten an einer Ampel, bis man weiter fahren kann. Aber vom Klub her stellt man sich schnell drauf ein.
Hungry: Wie würdest du dich Fußballerisch mit einem Wort erklären?
Florian Klein: Hm, ein Wort … (denkt) … Technik
Hungry: Wie haben dir die ersten 2 Heimspiele gefallen?
Florian Klein: Die zwei Heimspiele haben mir sehr gut gefallen. Die Anfeuerung der Fans war sehr gut, überhaupt gegen Novi Sad. Das war ein Wahnsinn. Wir sind gut in die Saison gestartet mit 2 Heimsiegen, also hat es mir sehr gut gefallen
Hungry: Wie fandest du die Anfeuerung der Fans, die dich ab jetzt immer bejubeln?
Die Stimmung der Fans ist sehr gut. Es ist besser wie auf der Gugl, da dort die Laufbahn ist. Hier sind die Fans sehr nahe und pushen dich so richtig auf. Die Ost Tribüne ist sehr gut, das ist ganz was Neues. Gerade wenn man im Rückstand ist, ist es sehr wichtig, dass die Fans einen Anfeuern und nach vorne Peitschen. Dann können wir auch solche Spiele wie gegen Novi Sad drehen
Hungry: Was sagst du zur Infrastruktur der Austria, und speziell zur Ost Tribüne?
Florian Klein: Wie schon gesagt, die Ost Tribüne ist super. Die Trainingsplätze sind in Ordnung rund ums Stadion, der Megastore gefällt mir sehr gut und die Gastro ist sowieso genial. Da fühlt man sich als Spieler wie auch als Fan sehr wohl.
Hungry: Freust du dich auf das erste Wiener Derby im Horr Stadion? Wenn die Fans dann wirklich alles aus sich herausschreien um die Austria siegen zu sehen?
Florian Klein: Ich freue mich schon Extrem darauf. Ein Wr. Derby ist das wichtigste Spiel in Österreich. Ich freue mich darauf, bei so einem Spiel mitzuspielen. Die Fans werden uns sicher total anfeuern und wie werden alles geben um zu gewinnen
Hungry: Auf welchem Tabellenplatz würdest du die Austria am Saisonende sehen?
Florian Klein: Top 3
Hungry: Wieso die Rückennummer 7?
Florian Klein: Ähm, ja, einfach so
Hungry: Viele haben hohe Nummer genommen, warum du eine niedrige?
Florian Klein: Ich habe am Telefon die Nummern vorgelesen bekommen, die noch frei waren. Ich habe in der U21 Nationalmannschaft die Nummer 7 gehabt. Die war frei und ich habe sie genommen
Hungry: Was ist den langfristiges Ziel als Fussballer?
Florian Klein: Erfolgreich sein
Hungry: Und Landesmäßig?
Florian Klein: Jeder Spieler will einmal ins Ausland. Aber man kann auch in Österreich Erfolge feiern. Ich will jetzt einmal in der Österreichischen Liga gut sein. Dann sehen wir weiter
Hungry: Du hattest Trainer Daxbacher beim LASK und jetzt bei der Austria als Trainer. Ist da ein Unterschied? Oder läuft das jetzt bei der Austria genau so ab wie damals beim LASK?
Florian Klein: Der Druck ist bei der Austria viel höher. Hast du beim LASK 2 Spiele verloren war das halb so wild, aber mit der Austria muss man was erreichen und da muss man dem Druck aushalten und bestehen können. Die Trainingsmethoden sind allerdings die gleichen
Hungry: Du warst ja seit der Jugend an ein Linzer, also bist du ein echter Laskla. Kann die Austria für dich eine Herzensangelegenheit werden oder ist die Austria nur ein Mittel zum Zweck für höhere Ziele?
Florian Klein: Ich war seit meiner Jugend beim LASK und bin nun das erste Mal gewechselt. Ja ich bin schon ein echter Laskla. Aber ich habe nun das erste Mal International gespielt, das mit der Austria und das war etwas Besonderes. Der Saisonstart lief super, die Fans sind es auch und die Stimmung auf der Ost ist echt was Besonderes. Also ja, es wird für mich zu einer Herzensangelegenheit
Hungry: Wie findest du generell die Farbe Violett? Und was sagst du zu unseren Auswärtstrikot?
Florian Klein: Violett war früher was für Frauen. Aber mittlerweile ist es ja auch eine Modefarbe für Männer. Die Auswärtstrikots sind grell, aber ich finde sie schön, wie Violett auch
Hungry: Wie war es, das erste Mal mit der Austria International zu spielen?
Florian Klein: Ich habe generell das erste Mal international gespielt. Es war eine Super Erfahrung für mich. Das Tempo ist schon etwas höher und man muss besser spielen wie in der Liga.
Hungry: Und wie war es in der Verteidigung zu spielen, da du ja sonst eher ein offensiver Spieler bist?
Florian Klein: Ich habe ab und zu früher diese Position beim Lask gespielt. Aber das Mittelfeld ist mir lieber. In der Verteidigung musst du viel besser aufpassen, da jeder Fehler sofort zu einem Gegentor führen kann. Aber ich habe mein Bestes gegeben
Hungry: In welchen Umfang kriegt man die Fangesänge mit, wenn man spielt?
Florian Klein: Genau verstehen tut man nicht, was die Fans singen, außer man hört seinen Namen oder das Spiel ist gerade unterbrochen. Aber die Stimmung pusht einen und man kriegt sehr wohl mit, wenn die eigenen Fans uns anfeuern. Und das klappt bei der Austria sehr gut. Man kämpft mehr, wenn die Fans einen aufbauen, überhaupt nach einem Rückstand.
Hungry: Die Austria wird ja als Titelkandidat gehandhabt. Auf welche Spieler muss man deiner Meinung nach bei den Konkurrenten Red Bull, Rapid und Sturm aufpassen.
Florian Klein: Titelkandidaten sind doch eher Red Bull oder Rapid. Wir werden von den Medien als Geheimfavorit gehandelt. Die Saison ist früh und man kann noch nicht so viel dazu sagen. Der Start ist uns allerdings sehr gut geglückt. Aber es gibt die üblichen Verdächtigen wie Hofmann oder Maierhofer, auf die man immer aufpassen muss. Red Bull hat generell gute Spieler, da muss man auf alle aufpassen
Hungry: Warum wird die Austria deiner Meinung nach in diesem Jahr keine Probleme mit den kleinen Mannschaften haben?
Florian Klein: Ich war letzte Saison nicht hier, also kann ich dazu nicht viel sagen. Und wenn die Austria letzte Saison gegen uns gespielt hat, war sie ja immer gut, bis auf einmal. Aber die Euro League ist kein Nachteil. Wir haben einen großen Kader und können variieren. Die Spieler, die dann dran kommen, werden alles geben um ihre Chance zu nützen und deshalb wird man keinen Gegner unterschätzen. Und da die Fans uns sowieso nach vorne pushen, glaube ich schon, dass wir diese Saison die „kleineren“ Vereine schlagen werden. Unser Teamniveau ist hoch, das Teamfeeling gut und jeder wird alles geben.
Hungry: Wenn du einen Verein haben würdest und das Budget von Red Bull, was würdest du damit anfangen?
Florian Klein: Ich würde genau das machen, was die Austria derzeit macht. Die guten Österreicher holen, wo auch die Verträge auslaufen, so wie bei Manuel Ortlechner und eine gute Truppe aus Österreichern aufbauen, die hungrig sind. Des Weiteren würde ich auch wie hier viel in die Infrastruktur investieren, damit sich die Fans hier wohlfühlen und sie gute Stimmung machen könnten. Auch die Kraftkammer und die restlichen Trainingsanlagen hier bei der Austria sind sehr gut, auch in so etwas würde ich investieren.
Hungry: Was sind deine Hobbys, wenn du nicht gerade den Ball nachjagst?
Florian Klein: Derzeit habe ich nicht viele Hobbys. Ich bin vor einem halben Jahr Vater geworden. In Linz war es noch so, das öfters meine Eltern aufpassen konnten und wir hatten wenigstens einen halben Tag für uns. Aber jetzt sind wir hier alleine und in meiner Freizeit habe ich den Full Time Job Vater.
Hungry: Wenn du nicht Fussballer sein würdest, wo würdest du heute stehen?
Florian Klein: Ich wollte eigentlich immer Pilot werden. Aber jetzt bin ich Fussballer und sehr zufrieden damit.
Hungry: Deine Meinung zu den Lungauer Veilchen?
Florian Klein: Hier sieht man, dass die Austria ein großer Verein ist. Dass Leute aus Salzburg nach Wien kommen um die Mannschaft zu unterstützen bestätigt dies. Ich finde es sehr schön, dass es solche Fans gibt, die sich so viel Mühe machen um dabei zu sein. Wie viele seid ihr denn?
Hungry: 11
Florian Klein: Nicht schlecht. Dann unterstützt uns so weiter. Das finde ich echt eine ganz tolle Sache.
Hungry: Und wie fandest du dein Tor gegen den Lask ?
Florian Klein: Das war eine tolle Sache für mich. Mein erstes Tor für die Austria, das in meinem alten Heimatstadion gegen meinen alten Verein. Das war echt ein schönes Erlebnis. Ich wusste aber damals nicht, was sich dann für ein verrücktes Spiel daraus entwickeln wird. Aber jetzt bin ich Austrianer und ich hoffe, ich könnte noch viel mehr Tore für die Austria schießen.
Hungry: Vielen Dank Florian. Jetzt will ich dich nicht länger aufhalten, da dein Essen gleich kommen wird.
Florian Klein: Ich danke ebenfalls.
Danach wurde noch schnell ein Foto gemacht und Florian ging zu der Geburtsfeier von Emin. Und wir warteten auf die Auslosung der Euro League im Pub.
Florian Klein ist ein sehr sympathischer junger Kerl. Er geht sehr offen um, ist sehr freundlich und hat sehr viel Geduld. Es war ein schönes Erlebnis, gerade für mich als Salzburger, der den Kontakt mit den Spielern nicht so pflegen kann. Es hat mich aber alles sehr beeindruckt. Man kann überall einfach rein gehen und sich alles in Ruhe anschauen (Geschäftsstelle, Stadion, Kabinen), die Spieler nehmen sich Zeit für dich und auch die gesamte Geschäftsführung der Austria ist sehr höflich und zuvorkommend. Genau so soll es bei einem Verein sein.
Das ist ein Tag, denn ich so schnell nicht vergessen werde.
Aus Wien, Hungry am 07.08.09
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