INTERVIEW MIT MANUEL ORTLECHNER

16.07.2011

ZU DEN BILDERN

Einmal ging es leider schief, doch jetzt hat es geklappt. Ein Tag vor dem Saisonauftakt gegen Red Bull Salzburg durften wir Lungauer Veilchen wieder einmal die Mannschaft im Hotelquartier besuchen und in diesem Rahmen hat sich Manuel Ortlechner dazu bereit erklärt, seine Interviewschuld gegenüber uns Lungauer Veilchen einzulösen. Nachdem Abendessen und einem kleinen Verdauungsspaziergang nahm sich Orti gute zwei Stunden Zeit um sich den Fanfragen der LV zu stellen und berichtete dabei sehr sehr sehr ausführlich über seine Ansichten. Alles in allem ein sehr interessantes und Informationsreiches Interview mit dem sehr sympathischen Manuel Ortlechner:

 

Hungry: Hallo Manuel. Deine dritte Saison bei der Austria beginnt. Wie würdest du deine bisherige Zeit in Violett resümieren?

Manuel Ortlechner: Es ist ungefähr so geworden, wie ich es mir vorgestellt habe. Bis auf die fehlenden Titlen, denn ich kam ja zur Austria um endlich einmal einen Titel zu gewinnen. Aber das kann und wird auch noch so werden

 

Hungry: SV Ried, Pasching, Austria Kärnten und Austria Wien – noch nie ans Ausland gedacht?

Manuel Ortlechner: Ich denk öfters ans Ausland und das nicht nur bei der Urlaubsplanung(lacht). Da muss einfach vieles zusammen passen und bei mir hat es bis jetzt einfach nicht gepasst. Es ist eben so wie es ist und es ist auch in Ordnung so.

 

Hungry: Bei unserer jungen Truppe bist du fast schon ein alter Hase. Wie ist es für dich mit so jungen Spielern zu spielen? Spürst du die Verantwortung auf deinen Schultern oder machen dich deine Kollegen eher jünger

Manuel Ortlechner: Ich sage es mal so. So lange die jungen Spieler sich bei mir noch Musiktipps holen, dann ist alles in Ordnung(lacht). Wenn es nicht mehr so sein sollte, dann werde ich ans aufhören denken müssen. Aber ich fühle mich derzeit eher Richtung 20 wie 40(grinst). Ich bin derzeit auch noch nicht verheiratet und habe auch noch keine Kinder, also kann ich mich noch jugendlich fühlen.

 

Hungry: Du wirst oft als Klassenclown der Austria dargestellt. Wie ist das wirklich?

Manuel Ortlechner: WIRKLICH!!!??? (lacht und macht eine kleine Pause). Wir sind eigentlich generell eine sehr lustige Truppe, sind auch sehr umgänglich. Ich glaube die Fans merken das auch, dass wir sehr locken und offen sind. In unserer Truppe gibt es keinen Star. Ich bin einfach ein lebensfroher Mensch. Ich weiß zu schätzen was ich habe als Fußballer, bin aber deswegen jetzt nicht lustiger. Aber warum sollte ich nicht lustig sein, ich habe doch den geilsten Job der Welt.

 

Hungry: Dein Vertrag läuft im Sommer bei der Austria aus. Wie lange glaubst, wird man dich im violetten Dress noch sehen?

Manuel Ortlechner: Das kommt ganz auf die Verantwortlichen drauf an. Eine Vertragsverlängerung wäre jetzt nicht das Schlimmste auf der Welt(lacht). Ich fühle mich sehr wohl in Wien, meine Freundin mittlerweile auch, das war anfangs nicht so. Der Verein taugt mir auch, das merkt man wie ich finde. Ich bin sehr stolz ein Austrianer zu sein. Aber man muss sehen, was die Verantwortlichen denken. Ich werde versuchen eine gute Saison zu spielen und der Rest wird sich dann schon ergeben.

 

Hungry: Letzte Saison gab es immer wieder Probleme in der Defensive bei der Austria. Was ist deine Meinung, woran das lag?

 

Manuel Ortlechner: Das ist eine sehr gute Frage … die nächste gute Frage. Du stellst generell gute Fragen (grinst). Man kann diese Frager aber nicht in einem Satz erklären. Wir haben es in der Mannschaft genau analysiert. Es sind einfach mehr Einzelfehler passiert und die Kompaktheit ist uns etwas abhanden gekommen. Das Frühjahr davor haben wir öfters nicht gut gespielt und mit einem Lucky Punch gewonnen. In der letzten Saison haben wir oft sehr gut gespielt, aber die Kompaktheit in der Defensive war nicht mehr so vorhanden. Ich bin aber sehr guter Dinge, dass es in dieser Saison wieder ganz anders ausschauen wird. Zum Beispiel in der letzten Saison hatten wir auch sehr viele Tormannrotationen, was natürlich nicht zur Kompaktheit bei hilft, da jeder Tormann doch anders ist.

 

Hungry: Wie schätzt du unseren Neuzugang Kaja Rogulj ein?

Manuel Ortlechner: Kaja ist sehr solide und sehr Kopfballstark. Er kann auch sehr gut herausspielen. Es gibt natürlich noch einige Sprachprobleme, doch daran muss er selbst arbeiten. Vor dem Spiel gegen FK Rudar habe ich mir von Leovac die wichtigsten Wörter auf kroatisch geben lassen, damit wir miteinander kommunizieren können. Da geht es wieder um die Kompaktheit. Aber in ein paar Wochen wird er wohl die wichtigsten Wörter auf Deutsch sagen können. Einen Aufsatz muss er mir nicht runter lesen (lacht). Aber ich schätze ihn als Verstärkung ein und nicht als Ergänzung.

 

Hungry: Die neue Saison steht vor der Türe. Erzähl uns mal, was du von dem neuen Fussballjahr alles so erwartest?

Manuel Ortlechner: Im Trainingslager in der Flachau haben wir als Mannschaft die Ziele erarbeitet. Es kommt eigentlich immer aufs Gleiche. Wir wollen unter die Top 3 in der Meisterschaft, im Cup soweit wie möglich kommen und wenn es geht natürlich gewinnen. In der Europa League ist es klar, dass wir in die Gruppenphase wollen, auch wenn es sehr schwer wird. Das muss einfach die Anforderung sein, wenn du dort mitspielst. In der Meisterschaft selbst sehe ich Salzburg als Favorit Nummer 1, sogar mehr als letztes Jahr. Die haben sich sehr gut verstärkt.

Hungry: Wie empfindest du die Fans der Wiener Austria und im Vergleich zu den anderen Mannschaften, wie bewertest du unsere Fanszene?

Manuel Ortlechner: Unsere Fans zähle ich auf alle Fälle unter die Top 3 der Liga, neben Sturm Graz und Rapid. Ich bin auch sehr froh, dass die Zuschauerzahlen immer weiter steigen, da sieht man auch, dass der österreichische Weg der Austria angenommen und respektiert wird. Austria Magna war mir nicht sehr sympathisch. Mir war vor meinem Wechsel der neue Weg der Austria sehr wichtig. Auch in Sachen Fansympathien hat sich die Austria in den letzten Jahren sehr gesteigert. Im tollen neuen Fanbild der Austria stört leider nur dieser braune Fleck.

Hungry: In der Nachbetrachtung, wie war das 100 Jahr Jubiläum? Eine schöne Sache oder vielleicht zuviel Druck für die Mannschaft?

 

Manuel Ortlechner: Nein, Druck gab es überhaupt nicht, das muss ich gleich sagen. Im Gegenteil. Es waren viele lässige Events im ganzen Jahr, das hat den Spielern sehr gefallen und die Identifikation mit dem Verein sehr gestärkt. Ich habe bei der CD mitgesungen und wir sind bei der Nike Veilchen Kollektion, die mir sehr gut gefällt, dabei. Die Spieler haben sich übrigens sehr gefreut, dass die Ausgehjacken jetzt Violett sind, vorher waren die Blau. Die Spieler waren allesamt auch sehr stolz in diesem besonderen Jahr für die Austria gespielt zu haben und das Jubiläumsspiel gegen die Figo Allstars war einfach nur genial.

 

Hungry: Was hast du dir im April gedacht, als es zwei Mal einen Fanprotest nach Spielen gab?

Manuel Ortlechner: Das war nach dem Spiel gegen Magna. Da haben die Fans in der Fischhofgasse auf uns gewartet, nachdem wir mit Polizeieskorte dorthin gebracht wurden. Es wurde dann gesagt, wir sollten nicht aus dem Bus steigen, es war eine ganz komische Stimmung. Und unser Heinzi (Anmerkung: Heinz Lindner) hat eine sehr gute Verbindung zu den Fanatics. Die haben ihn dann angerufen und fragten, warum wir nicht nach draußen kommen. Ich habe dann weiter telefoniert und ich habe gefragt, ob wir darüber reden wollen. Uns wurden gesagt, dass uns nichts passieren wird und dann sind wir rausgegangen. Wir konnten mit den Fans Angesicht zu Angesicht sprechen. Jeder konnte seine Meinung vertreten, dass dort Emotionen im Spiel waren, ist doch klar. Doch nach der Aussprache war wieder alles in Ordnung, also war es das komplett richtige. Die Fans haben uns auch erklärt, dass sie viel Geld und Zeit in den Verein stecken und wir das nicht kapieren, was natürlich nicht so ist. Aber die Message ist angekommen und das war auch gut so.

Hungry: Schildere uns bitte deine Sicht des letzten Wiener Derbys

Manuel Ortlechner: Die Anreise war lebensgefährlich (lacht). Es war auch sehr schlecht geplant von Seiten Rapid, das muss ich auch sagen. Wir parkten vor dem Stadion und musste gute 30 Meter über die Strasse zum Stadion gehen, wo lauter Rapid Fans standen. Das die dann aggressiv werden ist doch klar. Da muss man zum Beispiel Salzburg heraus heben, dort ist die Anfahrt super, das geht unterirdisch. Auch bei uns ist das Klasse. Das Tor geht auf, der Bus fährt rein und man kann in Ruhe aussteigen und ins Stadion gehen. Dann haben die Rapid Fans auch noch die Fensterscheibe im Bus eingeschlagen. Da sagten wir „Danke für die Extra Motivation und euch machen wir heute fertig“. Wir wussten, dass ein Platzsturm angekündigt war, wenn wir 2:0 in Führung gehen würden, obwohl es von den Verantwortlichen niemand gewusst haben sollte. Beim Spiel war es dann so, das wir uns wieder aufgestellt haben zum Anstoß und dann sah ich wie Helge Payer gemütlich wegtrabte. Und dann kamen schon die Fans auf dem Platz. Wir sind dann natürlich in die Kabine gelaufen und es war klar, dass das Spiel nicht weitergehen würde. In der zweiten Halbzeit wären wir mit Heinz Lindner vor dem Block West gestanden. Aber das Derby hätten wir sowieso gewonnen, sportlich wurde es zwar nichts, aber schlussendlich haben wir eben auf dem grünen Tisch gewonnen. Es waren auch viele Spielerfrauen anwesend und meine Freundin schrieb mir eine SMS, dass sie Angst hat. Ich schrieb zurück, dass ich auch Angst habe. Bei der Abreise wurde der Bus dann wieder attackiert und ich war schockiert von dem Hass in den Augen der Fans, sogar bei den Kindern. Sie haben unseren Bus angespuckt und Sachen dagegen geworfen.

 

Hungry: Seit 2009 kennen wir Veilchen dich sehr gut. Erzähl uns mal etwas, was vor deiner Austria Zeit so los war

 

Manuel Ortlechner: Ich habe ein sehr bewegtes Leben, bei mir war immer sehr viel los. Aber ich lese keine Sportzeitungen oder so etwas. Denn wenn ich schlecht gespielt habe, weiß ich das selber und brauche mir das nicht von einem Journalisten sagen lassen, der selbst noch nie gespielt hat. Ich klammere das einfach aus und ignoriere das. Ich schätze es sehr, dass ich ein Fußballer geworden bin. Meine Freundin hat als Ärztin einen 120 Stunden Job und ich sehe, wie gut es mir geht. Wir krigen viele Sympathien von den Fans, verdienen genug Geld und kommen in der Welt herum. Ich bin ein einfacher Mensch, der keinen großen Luxus braucht und hat. Ich stehe mit beiden Beinen am Boden und habe mich dadurch auch nicht viel verändert. Das Medieninteresse ist bei der Austria einfach größer als zum Beispiel bei Ried, aber selbst das ändert nicht viel an mir.

 

Hungry: Die Reise und das Spiel in Montenegro beim FK Rudar war doch anscheinend ein eher beschwerliches Abenteuer. Denkst du, solche Vereine sollten in einem Bewerb wie der Euro League dabei sein, oder wärst du froh, wenn solche Auswärtsspiele wegfallen würden?

Manuel Ortlechner: Nein .. schon der Gedanke an der Ausschließung gefällt mir überhaupt nicht. Man sollte auch die kleinen Länder, sogar aus unserer Sicht, nicht ausschließen, weil sie die nötige Infrastruktur noch nicht haben. Das wäre einfach unfair und zeugt nicht von Fairness. Man sieht in diesem Ländern, wie schlecht es denen geht und wie sie versuchen über den Fußball einen Weg da raus zu finden. Das ist gerade für diese Spieler eine sehr große Bühne. Wir sind auch dort mit Charterflug hingeflogen, haben in einem 4 Sterne Hotel geschlafen, sind dann zum Training gefahren, dann wieder ins Hotel, haben dann das Spiel gespielt und sind wieder nach Hause geflogen. Wir Spieler haben schon ein schönes Leben da unten gehabt und uns geht es ja gut. Es war nur sehr heiß, wie letztes Jahr in Brijek.

 
Hungry: Was bedeutet für dich der Verein FK Austria Wien?

Manuel Ortlechner: Erstmals bin ich sehr stolz, dass ich das violette Trikot tragen darf. In der Zeit, seitdem ich hier bin, habe ich gemerkt, was hinter der Austria steckt. Ich wollte als Kind schon immer zu einem Wiener Großverein und ich sage jetzt gezielt zu einem Wiener Verein. Wenn ich an die Rapid Spieler denke, kommt es mir so vor, als müssen die alle sagen, dass sie seit klein auf Rapid Fan sind. Ich kenne einen Spieler, den ich gefragt habe, ob er zu uns kommen will und er meinte, dass er das gerne tun würde und dass das eine tolle Sache wäre. Dann wechselte er zu Rapid und sagte plötzlich, dass er seit klein auf ein Rapidler ist. Ich selbst wollte mit drei Jahren schon zu einem Großklub in Österreich und das sind einfach die Wiener Vereine. Als die Austria dann angeklopft hat und da gerade der Umbruch statt fand, war ich sehr glücklich, dass ich wechseln konnte. Mit Andi Lasnik und in Thomas Pichlmann, mit denen ich mich sehr gut verstehe, habe ich mich natürlich kurz geschalten. Beide schwärmen noch heute für die Austria und meinen sogar, dass sie dort ihre Karriere beenden wollen. Die Austria ist ein sehr gepflegter Verein und deshalb bin ich dann hier her gewechselt. Auch die Mitarbeiter bei der Austria von der Rasenpflege bis zum Fanshopverkäufer sind allesamt sehr sympathisch, wie der Verein an und für sich selbst. In einem Wort ist die Austria einfach Sympathisch und genauso will ich das auch.

 

Hungry: Wenn du Präsident der Wiener Austria sein würdest, was würdest du ändern?

Manuel Ortlechner: Gratis Geschichtsunterricht für Fans mit nicht nur brauner Haarfarbe.

 

Hungry: Wie betrachtest du im Allgemeinen den österreichischen Fußball?

Manuel Ortlechner: Der österreichische Fußball ist in seiner Wertigkeit sicherlich gestiegen, das sieht man auch an der Anzahl der Legionäre. Es gibt auch ganz junge Spieler, die ihren Weg übers Ausland suchen, das gab es früher nicht. In dieser Hinsicht ist unser Stellenwert schon gestiegen. Aber Internationalen spielen wir schon noch eine untergeordnete Rolle. Es ist schwer als österreichischer Spieler die Akzeptanz im Ausland zu bekommen, die man in unserem Land bekommt. Aber Spieler, die von solchen Ligen in unsere kommen, sind oft erstaunt, wie schwer unsere Liga eigentlich ist. Das hätten sie sich leichter vorgestellt. 

 

Hungry: Du als Abwehrchef hast viel auf dem Spielfeld mit dem Torhüter zu tun. Ist es aus deiner ehrlichen Sicht die richtige Entscheidung, dass Pascal Grünwald die neue Nummer 1 ist?

Manuel Ortlechner: Die Personalentscheidungen unterliegen dem Trainer und seinem Team und ich kann und werde dazu keinen Kommentar abgegeben. Aber die Austria ist in der glücklichen Lage über sehr gute Torhüter zu verfügen. Hierbei haben sie ja auch einen Ruf zu verlieren. Mit Pascal Grünwald, der im Nationalteam ist, Heinz Lindner der in der U21 spielt und Günther Arnberger der in der U19 fängt ist die Austria mit den besten österreichischen Torhütern besetzt und das sollen die anderen Vereine gerne nachmachen.

 

Hungry: Was denkst du über Julian Baumgartlinger und wie empfandest du seinen schnellen Wechsel?

 

Manuel Ortlechner: Ich denke, dass viele Leute wissen, dass Jules mein bester Kumpel hier war. Wir sind damals gleichzeitig zur Austria gestoßen und haben sofort eine Fahrgemeinschaft gebildet. Als wir uns dann kennengelernt haben, stellte ich fest, dass er für sein Alter sehr reif ist und wir uns sehr ähnlich sind. Wir haben uns sofort prächtig verstanden und er war dann auch mein Mittagsessenspartner. Er fehlt mir aber nicht nur Privat, sondern auch auf dem Spielfeld extrem. Er war letzte Saison der beste Sechser in Österreich, leider habe das nicht nur ich so gesehen (lacht). Aber ich gönne ihm das vom ganzen Herzen. Er ist ein bodenständiger Spieler und so einen Wechsel wünscht man ihm gerne. Allerdings glaube ich, dass Mainz nicht seine letzte Station in Deutschland sein wird. Es war eine sehr clevere Wahl von ihm, in Mainz kann er sich auf dem deutschen Markt positionieren. Er wird auch unserer Nationalmannschaft sehr viel weiter helfen können in der Zukunft und wir Austrianer können sehr stolz sein, dass er bei uns den Sprung geschafft hat. Und Jules wird auch weiterhin stolz die violette Fahne hochhalten.

Hungry: Gibt es Persönlichkeiten im Fussball die du sehr schätzt bzw. die du wirklich verachtest?

Manuel Ortlechner: Guti hat mir früher International sehr gefallen, aber nach dem Wechsel in die Türkei gefällt mir nicht mehr so, obwohl seine Karriere auch kurz vor dem Ende steht. Ansonsten hatte ich keine Stars, denen ich nacheifern wollte. Zidane war für mich der beste Spieler Allerzeiten. Allerdings haben mich nationale Spieler sehr geprägt. Einer davon war Oliver Glasner, der hat mich in vielen Dingen beeinflusst und der Michael Bauer.

 

Hungry: Was macht ein Manuel Ortlechner in seinem Leben außer Fussballspielen, twittern, Facebooken, Photographieren und Musikplaylists erstellen?

Manuel Ortlechner: Ich will endlich mein Fernstudium vorantreiben. Ich studiere BWL und habe mit Jules auch meinen Studienkollegen verloren. Was mache ich sonst noch gerne? … Ich verbringe die spärliche Zeit mit meiner Freundin sehr gerne, da unternehmen wir verschiedenste Dinge, wie Wakeboarden und Tennis spielen. Da hat es übrigens schon sehr heiße Duelle gegeben. Gegen Paul Scharner, den Bruder von Bastian Schweinsteiger und das letzte Duell gegen Pressesprecher Pflug und diese Duelle habe ich allesamt für mich entscheiden können. Tennis ist eine sehr große Leidenschaft von mir, ich war sogar einmal Vizebezirksmeister. Ich musste mich in meiner Jugend dann entscheiden, ob ich Tennis spiele oder Fußballer werde und ich habe mich dann für den Fußball entschieden. Ich bin übrigens auch ein sehr großer Fan von Nadal. Außerdem gehe ich gerne durch den ersten Bezirk in Wien, darauf können wir wirklich stolz sein … oh ich sage schon wir in Wien und das als stolzer Oberösterreicher !!!! Und ich mache auch gerne kulturelle Dinge.

 

Hungry: Welcher Beruf hat dein Friseur?

Manuel Ortlechner: Was haben alle mit meiner Frisur. Es gab sogar einen eigenen Thread auf Austriansoccerboard wegen meiner Frisur. Aber es gibt schon viele, die meine Frisur nachgemacht hatten. Beim Länderspiel gegen Deutschland sagten alle zu mir, dass der Gomez meine Frisur geklaut. Christian Sturmmayer heißt er. Ist übrigens eine Salzburger Friseurdynastie. Er hat eine Filliale in Wien und kommt jede zweite Woche.

Manuel Ortlechner: Was haben eigentlich alle mit meiner Frisur? Es gab sogar mal ein eigenes Thema bei Austriansoccerboard wegen meiner Frisur. Aber es gibt schon viele, die meine Frisur nachgemacht haben. Mein Friseur ist übrigens Christian Sturmmayer, das ist ein Salzburger und hat dort die Friseurdynastie. Er hat auch eine Filiale in Wien und kommt deshalb jede zweite Woche dorthin. Bei einem Länderspiel von Deutschland hat es eine Großaufnahme von Gomez gegeben, dann haben die Leute zwischen mir und Gomez hin und her geschaut und meinten „ Der Gomez hat deine Frisur geklaut“.

 

Hungry: Beschreibe dich mit einem Wort

Manuel Ortlechner: Lebensfroh

Hungry: Welche Jugendsünden hatte ein Manuel Ortlechner?

Manuel Ortlechner: Frisuren, Frisuren, Frisuren(lacht). Nachzufragen bei meiner Freundin, wir sind schon 11 Jahre zusammen und sie hat jede Frisur gesehen die es gibt. Aber ihr gefällt meine Aktuelle!!!!!!!!!!! Aber Fußball ist auch kein Laufsteg, so manche Spieler verwechseln das.

 

Hungry: Gibt es irgendetwas in deinem Leben was du bereust oder was du gerne gemacht hättest bzw. was willst du noch unbedingt erleben oder erreichen?

 

Manuel Ortlechner: Bereuen tue ich eigentlich gar nichts. Ich habe zwar Fehler gemacht und nicht immer das richtige getan, aber bereuen tu ich nichts. Ich habe schließlich keinen umgebracht (lacht). Ich will unbedingt noch Kinder haben … doch das muss ich noch mit jemanden besprechen (lacht). Aber ich glaube, das wird mein größtes Abenteuer werden. Ansonsten will ich nicht zu weit nach vorne planen, vor fünf Jahren habe ich nicht daran gedacht, dass ich einmal bei der Austria spielen werde. Das ist doch das aufregende an dem Leben, man weiß nicht was morgen passiert.

Hungry: Morgen ist der Saisonauftakt. Was erwartest du dir von diesem Auftaktspiel und mit welchem Ergebnis wärst du zufrieden, damit du wieder grinsend in unser Auto klettern kannst auf dem Parkplatz?

Manuel Ortlechner: (lacht). Ich erwarte mir eine Steigerung zum Rudar Spiel, das auf alle Fälle. Das Spiel selbst war schon eine Steigerung von Minute zu Minute, so ehrlich muss man sein. Das erste Ziel morgen muss sein, dass wir kein Tor bekommen, das wäre dann schon mal eine gute Basis (grinst). Und wenn wir dann 1:0 gewinnen sollten, dann klettere ich wieder in dein Auto rein. Aber ich muss in den Bus bei uns einsteigen, ansonsten muss ich beim Sutti (Anmerkung: Strafkassierer bei der Austria ist Verteidiger Markus Suttner) wieder zahlen. Und ich glaube, bald kann man beim Sutti auch schon mit Bankomatkarte bezahlen(lacht).

 

Hungry: Gibt es noch irgendetwas, dass du uns Lungauer Veilchen sagen willst?

Manuel Ortlechner: Gesagt habe ich doch schon so viel (lacht). Ihr kommt wirklich sehr sympathisch rüber. Ich würde mich sehr freuen, wenn wir weiter in Kontakt bleiben würden. Ich finde es auch sehr positiv, dass ihr diese weiten Wege in Kauf nehmt. Das kostet sicher viel Geld und Zeit. Aber wir respektieren und schätzen das … auch wenn es manchmal nicht immer so rüber kommt.

Hungry: Danke fürs Gespräch Manuel und Gute Nacht