INTERVIEW MIT MARKO STANKOVIC

11.02.2011
Der Freitag lief nicht so wie geplant. Das Training war unter Ausschluss der Öffentlichkeit, so konnten wir nicht die Spieler direkt ansprechen. Manuel Ortlechner war beauftrag, Zlatko Junuzovic und Julian Baumgartlinger mitzubringen, erschienen ist nicht einmal er selbst. Aber der Bravste war Marko Stankovic, er kam ins Pub, trank gemütlich einen Kakao und führte ein richtig interessantes Interview mit uns:
Hungry: Hallo Marko. Ein halbes Jahr bist du nun bei der Austria, wie sieht deine Bilanz bist jetzt aus?
Marko Stankovic: Ich bewerte es positiv. Der Anfang war durch die Verletzung etwas durchwachsen. Danach bin ich aber immer besser in Schwung gekommen und umso länger die Saison gedauert hat umso mehr habe ich mich gesteigert.
Hungry: Deine Leistungen in der zweiten Hälfte der Herbstsaisonen waren sehr gut. War das deine Normalform oder explodierst du erst jetzt im Frühjahr so richtig?
Marko Stankovic: Ich habe noch einiges an Möglichkeiten mit meinem Potenzial. Meine Leistung war schon so, wie es mir ungefähr vorstelle, wie ich immer spielen sollte. Aber ich glaube, dass ich noch viel Luft nach oben habe.
Hungry: Was haltest du von den Neuzugängen im Winter?
Marko Stankovic: Es sind sehr gute Neuzugänge, aber man sollte ein bisschen Geduld mit ihnen haben, weil zwei erst vor kurzem zu uns gekommen sind und die sich erst einmal bei uns einleben sollten. Habt ein bisschen Geduld mit ihnen, aber Verstärkungen sind die allemal.
Hungry: Was glaubst du, kann man sich von der Frühjahrssaison in Violett erwarten?
Marko Stankovic: Das werden wir sehen. Wir wollen natürlich alle das Maximum erreichen, was jeder von uns im Jubiläumsjahr erwartet. Aber ich bin überzeugt, dass man nicht immer darüber reden sollte, sondern daran arbeiten.
Hungry: Wie gefällt dir der Verein, was bedeutet er für dich und wie lange glaubst, du könntest du hier aktiv sein?
Marko Stankovic: Der Verein ist einer der besten in ganz Österreich. Von der Organisation her sogar der Beste. Im Fussball kann man selten lange nach vorne planen, gerade wenn es darum geht, wo man spielt. Aber derzeit fühle ich mich hier in Wien pudelwohl und denke sicherlich nicht an einen Vereinswechsel.
Hungry: Was sind die größten Unterschiede zwischen der Serie B und der Bundesliga?
Marko Stankovic: Die Serie B ist viel Kampfbetonter und auf dem Endzweck ausgerichtet. In Österreich wird viel spektakulärer gespielt, das sieht man auch an den Ergebnissen. In Italien fallen selten mehr wie 3 Tore in einem Spiel.
Hungry: Was sind deine persönlichen Ziele für die Zukunft?
Marko Stankovic: Gesund bleiben, zurück ins Nationalteam kommen und natürlich möchte ich auch mal Meister werden.
Hungry: Viele Grazer haben damals gesagt, dass du zu früh ins Ausland gewechselt bist. Was ist deine Meinung dazu?
Marko Stankovic: Vollkommen Richtig, weil ich habe mir zu viele Flöhe ins Ohr setzen lassen. Was aber nicht heißt, dass ich es bereue, weil ich sehr viel gelernt habe.
Hungry: Wer ist dein Wunschgegner für das 100 Jahr Jubiläum?
Marko Stankovic: SC Tamsweg (lacht) oder Barcelona.
Hungry: Welche Trainingsunterschiede gibt es zwischen Franco Foda und Karl Daxbacher?
Marko Stankovic: Ein großer Unterschied sind sicher die Trainingszeiten. Bei Franco Foda gab es kaum Einheiten unter 90 Minuten. Bei Daxbacher wird mehr auf die Spritzigkeit wert gelegt und trainiert. Aber beide legen sehr viel Wert auf das Spielerische und nicht so viel auf das Kampfbetonte Spiel, was mir sehr entgegenkommt.
Hungry: Wie würdest du die Stimmung im Stadion zwischen Sturm und der Austria vergleichen?
Marko Stankovic: Bei beiden ist die Stimmung wirklich gut. Die Kurven stehen voll hinter der Mannschaft. Aber es ist überall so, dass die Kurve hinter der Mannschaft steht und auf den Seiten sind die Kritiker, was dich bei einer fehlgeschlagenen Aktion sofort zu beschimpfen anfangen. Aber die Stimmung ist in Graz wie hier bei uns richtig gut.
Hungry: Wie läuft das Familienleben rund um Fabio?
Marko Stankovic: Es läuft super. Fabio hat mir nur Anfangs den Schlaf geraubt, jetzt schläft er richtig schön brav durch.
Hungry: Wenn Marko Stankovic gerade kein Profifussballer und Papa ist, was treibt er die ganze Zeit?
Marko Stankovic: Ich gehe gerne mit meinen Hunden spazieren, ansonsten verbringe ich die Zeit nur mit meiner Familie.
Hungry: Wie gehst du persönlich mit den immer häufigeren Fehlentscheidungen der Schiedsrichter um?
Marko Stankovic: Währen dem Spiel abschalten und weiterspielen. Und nach dem Spiel kann nichts mehr ändern. Meistens bleib ich ruhig.
Hungry: Bei welchen Verein würdest du gerne einmal spiele, weltweit gesehen?
Marko Stankovic: Borussia Dortmund oder AS Rom
Hungry: Du bist abergläubisch. Gibt es irgendwelche Rituale, die du immer durchführen musst?
Marko Stankovic: Ja, aber das sage ich niemanden.
Hungry: Was haltest du von den Korruptionsvorwürfen gegen die FIFA?
Marko Stankovic: Interessiert mich überhaupt nicht
Hungry: Welche Bedeutung hat für dich Tradition und Geld im Fussball?
Marko Stankovic: Das hat eine große Bedeutung. Ich hatte das Privileg bis jetzt, immer bei einem Traditionsverein zu spielen. Ich finde aber, dass sich Tradition und Geld gut verbinden lässt. Es muss nicht immer ein neugegründeter Verein sein, wo man viel Geld verdienen kann. Man kann auch bei einem Traditionsklub gut leben.
Hungry: Stell dir vor, du bist der Präsident der Wiener Austria, was würdest du verändern?
Marko Stankovic: Ich würde im ganzen Stadion die gleiche Farbe auf den Stühlen einführen und die Ecken zusammen. Das habe ich schon öfters vorgeschlagen.
Hungry: Beschreibe dich mit einem Wort
Marko Stankovic: Freundlich
Hungry: Was würdest du als deine Jugendsünde beschreiben?
Marko Stankovic: Ich habe mir drei chinesische Zeichen tätowieren lassen.
Hungry: Wie denkst du über die Spielermanager und dem Vorwurf, dass die Manager den Fussball zerstören?
Marko Stankovic: Ich bin der Meinung, dass die Manager den Fussball nicht zerstören sondern der Ruf der Manager durch die Möchtegern Manager schlecht gemacht wird.
Hungry: Gibt es noch etwas, was du uns salzburgerischen Austria Wien Fanatikern sagen möchtest?
Marko Stankovic: Es müsste mehr von euch geben, die so für den Verein leben.
Hungry: Danke fürs Gespräch, Marko