SKN ST. PÖLTEN - AUSTRIA DAMEN 5:2 n.V. (2:2, 1:2)
HICKELSBERGER 19' 118' BIROOVA 51' BRUNNTHALER 99' ZVER 107' bzw. MÄDL 7' PIRECI 12'
Im letzten Spiel des Jahres gab es die Wiederholung des Cup Finales vom Sommer. Damals waren die Viola Girls schon verdammt nahe dran, den Ligakrösus St. Pölten zu biegen, diesmal war man noch näher dran. Verwunderlich ist auch, dass man in 4 Jahren ganze drei Mal den SKN im Cup in der zweiten Runde zieht. Einmal war es nicht der Fall, da traf man sich im Finale. Man kann darüber denken was man will, aber es war das vorweggenommene Finale des ÖFB Frauen Cups. Bis auf den Herrn Schiedsrichter Pottendorfer, der auf beiden Seiten einen absoluten Schwachsinn pfiff (man muss es leider so sagen, bis auf 2 Entscheidungen war das meiste einfach nicht Regelgerecht), war das eine Dauerwerbesendung für den österreichischen Fußball. Bei den Austria Damen waren fast mehr verletzte Spielerinnen auf der Tribüne wie am Feld, mit dem absoluten letzten Rest ging es gegen das Red Bull des Damenfußballs, die mit 23 Teamspielerinnen daherkamen. Im Tor stand Andrea Gurtner, die eine überragende Leistung abrief. In der Innenverteidigung agierten Bell und Grafinger, außen waren Karkac und Pototschnig unterwegs. Im Mittelfeld agierten Eberhardt defensiv, zentral Mädl und Schneeberger, offensiv Bauer. Vorne stürmten Krumböck und Pireci. Auf der Bank waren Ersatztorfrau Lucia El Dahaibiova, Slukova und die B Spielerinnen Flasch, Klein und Rammel! Mehr gab der Kader nicht mehr. Gerade deshalb war es umso beeindruckender, dass man absoluten dagegenhielt und die Sensation auf den Fuß hatte.
Das Spiel startete mehr als gut für Violett. Stand es vor 2 Wochen in der Meisterschaft nach 9 Minuten bereits 3:0 für den SKN, lieferten diesmal unsere Mädels den Traumstart ab. Pireci drang von der Seite in den Strafraum ein und wurde gelegt. Ein klarer Elfmeter, denn auch der Schiedsrichter nicht übersah. Mädl verlud die Torfrau und schoss frech in die Mitte zur violetten Führung. Kurz darauf knallte Grafinger einen Freistoß in den Strafraum, eine SKN Spielerin leitete den Ball ungewollt weiter und Pireci köpfte zum 2:0 ein. Nach dieser Führung kam der haushohe Favorit aber besser ins Spiel und hatte eine große Chance, wo zuerst Gurtner hielt und der Ball dann auf der Querlatte landete. Nach 18 Minuten flog aber ein Ecke an die zweite Stange und eine Direktabnahme führte zum 1:2. Dann kam wohl der Knackpunkt in dieser Partie. Krumböck wurde leicht gestoßen und flog im Strafraum zu Boden, der Schiedsrichter gab Elfmeter. In meinen Augen eine brutal harte Entscheidung. Mädl traf wieder an, schoss diesmal halbhoch in die Ecke und die Torfrau konnte halten. Wenige Augenblicke später schoss Bell einen Freistoß von der Mittellinie nach vorne, Mädl kam fünf Meter vor dem Tor zum Ball, ihr Drehschuss konnte Abidal im Tor vom SKN aber per Fußbabwehr klären. Sehr bitter. Wenn die Austria Girls mit 3:1 oder 4:1 in die Pause gehen, dann hätte man das Spiel gewonnen.
Nach der Pause riskierte der SKN natürlich viel mehr und wurde dann auch schnell belohnt. Nach einem Freistoß gab es einen Ping Pong Ball, der dann irgendwie vor die Füße der SKN Spielerinnen landete und ein satter Schuss führte zum Ausgleich. Es folgte dann ein rassiges Spiel, was aber der Schiedsrichter komplett verpfiff. Es gab viele faire Taklings, wo nur der Ball gespielt wurde, auf beiden Seiten. Er pfiff jedes Mal ab, ließ aber Situationen, wo ein klares Foul war, weiterspielen. Somit verhinderte er viele gute Konterchancen für beide Mannschaften, nahm aber auch beiden Teams gute Freistoßpositionen. Dieser Schiedsrichter war für diese überaus tolle Partie nicht würdig. Die Wölfinnen probierten im zweiten Durchgang viel. Sie schossen aus jeder Lage, am Ende waren sogar inklusive Verlängerung 43 Torschüsse, doch die Qualität dahinter war nicht wirklich gut. In den letzten 10 Minuten ging es dann komplett rund. Ex Veilchen Brunnthaler wurde eingewechselt und es gab den nächsten Witzelfer, diesmal aber für den SKN. Mädl sollte Brunnthaler gefoult haben, es war aber nur ein normaler Zweikampf. In der Emotion verlangte Mädl sogar den Videobeweis. Den gab es natürlich nicht. Doch auch Gurtner hielt den Elfmeter hervorragend. Es blieb beim 2:2. Auch die Veilchen hatten den Sieg nochmals auf dem Fuß. Nach einem Konter, der mal nicht abgepfiffen wurde, schoss Pireci aufs Tor, doch der Ball konnte auf der Linie geklärt werden. Bevor es in die Verlängerung ging, wurde Pireci nochmals gestoppt, dafür gab es die Gelb Rote Karte für Sauer vom SKN, diese Entscheidung war korrekt. Mit einem Spielstand von 2:2 ging es in die Verlängerung.
Es wurde zwar Slukova für die verletzte Grafinger (Gute Besserung), Klein und Rammel eingewechselt, doch man merkte, dass dem letzten Rest nun auch die Luft ausging. Obwohl man eine Frau mehr war, hatte der SKN die besseren Chancen, ging aber sehr fahrlässig damit um. Als dann Karkac, die sich eine absolut gerechtfertigte gelbe Karte im zweiten Durchgang abgeholt hatte, nach einem fairen Tackling vom Platz gestellt wurde, tat ihr restliches. Bitter war auch, dass davor ausgerechnet Ex Veilchen Brunnthaler (verzichtete auf den Jubel – ganz große Aktion) das 3:2 geschossen hatte, nachdem Karkac klar gefoult wurde, das Spiel aber weiterlief und Brunnthaler mit einem satten Schuss die Vorentscheidung lieferte. Mit einem Rückstand und ebenfalls einer roten Karte war die Partie eigentlich entschieden. Zwar riskierten die Veilchen nochmals alles, doch nun lief man in einem Konter nach dem Anderen. Wobei sich hier Gurtner immer wieder auszeichnete und hier das Torschussverhältnis von 43:9 Torschüssen natürlich ordentlich nach oben geschraubt wurde. Im zweiten Durchgang der Verlängerung konnten die Wölfinnen dann noch zwei Mal treffen und siegten am Ende mit 5:2 nach Verlängerung.
Man war so knapp dran, man hatte es auch auf den eigenen Fuß. Wird der zweite Elfer oder die Großchance genutzt, dann bin ich mir sicher, dass es die Sensation gegeben hätte. Auch wenn einige Verletzte dabei gewesen wären, damit man mehr Qualität auf der Bank gehabt hätte, wäre viel mehr drinnen gewesen. Doch der Abend hatte so viel Positives. Viele Austrainer unter den 246 Zuschauern sorgten für eine unglaubliche Stimmung – es war ein Cupfinale Revival. Die Mädl rissen sich ihren Hintern auf, zeigten viel Leidenschaft, Herzblut und Kampfgeist und man hätte den großen Favoriten fast gebogen. Wir haben auch gezeigt, dass wir die Mannschaft in Österreich sind, was den SKN fordern kann, doch noch sind wir nicht ganz so weit! Aber wir sind auf dem richtigen Weg. Leider ist mit 7 Punkte Rückstand und dem Cup Aus die Chance auf einem Titel weg – doch im Frühjahr kann man viel probieren und sich in Ruhe weiterentwickeln um in der nächsten Saison den nächsten Angriff zu starten. Und man will sich ja auch klar vor Neulengbach und Sturm und klare Nummer 2 von Österreich etablieren! Es war ein sehr spannendes Jahr mit dem Viola Girls. Die versuchte Aufholjagd in der Liga im Frühjahr, was man wegen einem schlechten Spieles in Neulengbach nicht geschafft hat. Das Cupfinale, was man knapp verlor, der tolle Herbst mit 7 Siegen, 2 Remis und 2 Niederlagen (beide gegen den SKN). Wir haben es geschafft im Kalenderjahr 2019 bei jedem Pflichtspiel der Viola Girls dabei zu sein und möchten uns auch außerordentlich bei den Senators, wie auch alle anderen Austrianern bedanken, die an diesem Tage diese außerordentliche Stimmung auswärts für unsere Mädels zu Stande gebracht haben! Nun ist die Winterpause, die wir auch dringend brauchen. Viele Verletzungen müssen ausgeheilt werden. Im März geht es dann weiter mit 9 Ligaspielen, um den Vizemeistertitel zu fixieren, sich weiterzuentwickeln und in der letzten Runde der Meisterschaft können wir dann nochmals probieren, den SKN zu fordern bzw. zu schlagen! Danke an alle, die diese Reise in diesem Jahr mit unseren Girls gemacht haben! Machen wir nächsten Jahr dort weiter, wo wir heuer aufgehört haben. Die Austria Damen haben sich das verdient!
Man war so knapp dran, es hat nicht viel gefehlt, aber wir es der Trainer am Ende richtig sagte: Es hat nicht gereicht! Aber nach dem Motto #IHRfürUNS #WIRfürEUCH geht es weiter. Wir sind unglaublich stolz auf unsere Veilchen und freuen uns schon auf den März!
FORZA VIOLA aus Salzburg