WSG TIROL - FK AUSTRIA WIEN 3:1 (1:0) 
SERBEST(ET)33' WALCH 59' BUCHACHER 64' bzw. GRÜNWALD 68'
Es began, wie es aufgehört hatte - mit einem sehr blamablen Auswärtsauftritt. So viel Euphorie war vorhanden. Mit Ilzer kam ein neuer Trainer, die Vorbereitung sah vielversprechend aus, die Spieler schienen wieder richtig motiviert zu sein, Peter Stöger kam als Sportvorstand zurück zur Austria und auch der Cupauftritt war mehr als souverän - und dann folgte das! Einfach nichts, rein gar nichts. Positiv hervorheben konnte man nur Cavlan, der auf seiner Seite wirbelte und Grünwald hatte den einen oder anderen Moment. Lucic zeigte tolle Paraden, verschätzte sich aber gerade bei den gefährlichen Standards sehr gerne. Das Beste an diesem Tage war wohl der Stadion DJ, der eine 90's Party abspielte, dass man gerade vor dem Spiel noch gute Laune hatte und die Kantine war ungewohnt schnell und freundlich in Innsbruck. Sonst war das aber ein Auftakt, der die ganze entstandene Euphorie zerplatz ließ.
Es war klar, dass Ilzer mit ein 4-4-2 mit Raute spielen lassen wird. Lucic stand dabei im Tor, die Abwehr bestand aus Klein, Madl, Zwierschitz und Cavlan, im Mittelfeld waren Serbest, Jeggo, Grünwald und Ebner unterwegs, vorne stürmten Edomwonyi und Monschein. Man sah auf dem Feld eine Mannschaft, die hinten bombensicher stand und die Räume eng machte, bei Ballgewinn wurde und schnell und unkompliziert nach vorne gespielt und mit Geschwindigkeitsfußball der schnelle Abschluss gesucht - das Problem an der ganze Sache, gespielt hat es die WSG Tirol. In der ersten Halbzeit war die Austria überhaupt nicht vorhanden. Man sah zwar den Matchplan, doch entweder war die Passgenauigkeit für den Hugo oder die Laufwege wurden falsch gewählt. Jedenfalls liefen zwar immer Spieler in den freien Raum, nur folgte eben der Pass nicht oder umgekehrt. Als wäre die Mannschaft das erste Mal gemeinsam auf dem Feld gewesen. So wunderte es auch niemand, dass Tirol drei große Chancen hatte, wo zwei Mal Lucic in höchster Not rettete und einmal ging der Ball ganz knapp vorbei. Nach einem Kracher, den Lucic abwehren konnte folgte eine Ecke, diese beförderte Serbest mit dem Rücken ins eigene Tor. Unglücklich gelaufen, aber der Spielstand war verdient. Es folgte eine kleine Druckphase von der Austria, wo Grünwald eine Butterflanke in den Strafraum brachte, Edomwonyi köpfte aus drei Metern Entferung, doch der Tiroler Goalie Oswald konnte den Ball per Fuß klären. So lag man mit 1:0 zurück zur Pause.
Im zweiten Durchgang war die Austria teilweise verbessert, man hatte viel mehr Ballbesitz und man versuchte Druck aufzubauen. Aber es klappte so gut wie gar nichts. Die Abstimmung war nicht vorhanden, keiner traute sich schießen (genau das war in der Vorbereitung und im Cup eigentlich eine neue Seite der Austria) und dann ließ man sich wie eine Schülermannschaft auseinander pflücken. Jeggo und Grünwald liefen sich selbst über den Haufen, daran entstand ein Konter wo Walch alleine aufs Tor zog und das 2:0 erzielte. Kurz darauf verlor die Austria den Ball in der Vorwärtsbewegung, zwei Diagonalbälle und drei Sprints später nahm Buchacher den Ball Volley und schlenzte ihn zum 3:0 ins lange Eck. Es folgte der Anschlusstreffer, als Serbest einen Tiroler anköpfelte und der Ball vor Grünwalds Füße flog und er aus kurzer Distanz ins Tor einschob. Es war auch Grünwald, der noch eine Hereingabe knapp am Tor vorbei hämmerte, da hätte es nochmal spannend werden können. Doch die WSG konterte weiter, Lucic musste einmal parieren, ein Kopfball ging knapp drüber und Dedic köpfte dann auch noch auf die Stange. Am Ende hat der Aufsteiger aus Tirol hochverdient mit 3:1 gewonnen.
Wenn man sich Clemens Walch ansieht, an dem die Austria schon mal interessiert war, dann fragt man sich, was ein Muhr eigentlich macht? Warum spielt so ein Spieler nicht bei uns, sondern bei der WSG? Auch Weissmann, der beim WAC gelandet ist, schnürrte einen Doppelpack, warum sind die "Dorfklubs" mittlerweile schon bessere Adressen wie die Austria? Da kann man jetzt nur auf die neuen Strukturen von Peter Stöger hoffen, doch da müssen wir ihm klarerweise Zeit geben. Der Auftakt ist verbockt, die Euphorie ist dahin und nächste Woche wartet auch noch der LASK. Es geht genau mit dem gleichen miesen Gefühl weiter, wie die Letzte geendet hat. Hoffentlich ändert sich das schnellstmöglich!
FORZA VIOLA aus Salzburg